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Bruxismus: Ursachen, Symptome und Behandlung

6 Kommentare

Jeder zehnte Deutsche leidet unter Bruxismus – auch Zähneknirschen genannt. Oft zeigt er sich während des Schlafens, indem Du die Zähne unwillkürlich aufeinander presst. Das hat nicht nur Folgen für Deine Zahngesundheit, sondern kann sich auch auf andere Körperbereiche auswirken.

In unserem Ratgeber liest Du, wie Du Bruxismus erkennst und welche Ursachen dazu führen können. Zudem stellen wir Dir verschiedene Behandlungsmöglichkeiten vor.

Das Wichtigste in Kürze 🤓

  1. Was ist Bruxismus?

    Bruxismus ist auch unter dem Begriff Zähneknirschen bekannt. Neben dem Knirschen kann es auch zu Kieferpressen oder zum Verschieben des Kiefers ohne Zahnkontakt kommen. Erfahre hier mehr Wissenswertes zum Thema Bruxismus.

  2. Welche Ursachen hat Bruxismus?

    Oftmals liegt die Ursache des Zähneknirschens am Stress. Doch auch die eigene Lebensweise und Vorerkrankungen tragen dazu bei. Lies hier, welche Ursachen Bruxismus haben kann.

  3. Wie lässt sich Bruxismus behandeln?

    Bei Bruxismus stehen Dir verschiedene Behandlungsmöglichkeiten offen. Zur Standard-Therapie gehört das Tragen einer Zahnschiene. Die verhindert vor allem, dass es zu weiteren Folgeschäden kommt. Erfahre hier, wie sich Bruxismus noch behandeln lässt.

Wissenswertes zum Thema Bruxismus

Unter Bruxismus verstehen Mediziner eine wiederholte und meist unwillkürliche Aktivität der Kaumuskulatur. Die kann sich in Form von

  • Knirschen der Zähne
  • Kieferpressen oder
  • Verschieben vom Kiefer ohne Zahnkontakt

zeigen. Dabei kann der aufgebaute Druck das 10-fache des normalen Drucks beim Kauen erreichen und das hat Folgen für Deine Zähne. Es kommt beispielsweise zu Schleifspuren und Rissen an den Zähnen.

Bei vielen Menschen tritt der Bruxismus nachts während des Schlafs auf.

Viele denken, dass sie nur nachts während des Schlafs mit den Zähnen knirschen. Doch es kann auch tagsüber dazukommen. Mediziner unterscheiden zwischen Schlaf- und Wachbruxismus. Tritt das Zähneknirschen nur im Schlaf auf, spricht man von Schlafbruxismus. Beim Wachbruxismus geschieht das auch tagsüber im Wachzustand.

❗️ Hinweis: Eine weitere Unterscheidung nehmen Fachleute beim primären und sekundärem Bruxismus vor. Letzterer tritt infolge einer Krankheit auf. Bei der primären Form liegt keine Ursache vor.

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Ursachen von Bruxismus

Die Ursachen von Bruxismus sind vielfältig. Bei vielen Menschen wird das Knirschen der Zähne durch Stress ausgelöst. Nicht umsonst gibt es die Redewendung „auf die Zähne beißen“ oder „Da musst Du Dich durchbeißen“. Stress im Job oder im privaten Umfeld können den Bruxismus begünstigen.

Mit dem Stress hängt auch oft der Konsum von Alltagsdrogen, wie Alkohol und Nikotin, in großen Mengen gehören dazu. Sie begünstigen Schlafstörungen, Schnarchen und Schlafapnoe.

Beim sekundären Bruxismus liegen Vorerkrankungen vor, die das Zähneknirschen begünstigen. Dazu zählen beispielsweise:

  • CMD (craniomandibuläre Dysfunktion)
  • Epilepsie

Die craniomandibulären Dysfunktion, kurz CMD, ist eine Funktionsstörung des Kausystems. Aus ihr resultiert eine Kieferfehlstellung.

❗️ Hinweis: Neben Krankheiten spielt bei Bruxismus auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten eine Rolle. Zum Knirschen der Zähne kommt es beispielsweise, wenn Du dopaminhaltige Mittel nimmst.

Video: Symptome und Spätfolgen einer CMD

Symptome bei Bruxismus

Oft ist man sich selbst nicht bewusst, dass man unter Bruxismus leidet. Wenn Du schläfst, merkst Du oft nicht, dass Du mit den Zähnen knirschst. Auch Dein Partner oder Deine Partnerin kann es nicht immer feststellen, da das Knirschen nicht unbedingt von Geräuschen begleitet wird. Oft erkennt erst der Zahnarzt bei einem Routine-Check die Schleifspuren oder andere Schäden an Zähnen und Zahnfleisch. Dazu gehören beispielsweise:

  • Biss-Spuren in Zunge und Wangenschleimhaut
  • bewegliche Zähne ohne Zahnprobleme
  • Abplatzungen, Risse, Schleifspuren an Zähnen
  • vergrößerte, druckempfindliche Kaumuskulatur
  • reduzierte Kieferöffnung
Die Symptome von Bruxismus reichen von Schleifspuren an den Zähnen bis zu Tinnitus.

Dein Zahnarzt erkennt auch Schäden am Zahnschmelz. Beispielsweise sind die Frontzähne abgeschliffen und die Eckzähne nicht mehr spitz. Dabei spricht man auch vom Abrasionsgebiss. Zudem sind Zahnfleischentzündungen möglich.

Der Zahnarzt schaut auch auf Füllungen, Kronen oder Zahnersatz. Diese können beschädigt werden oder herausbrechen. Aus diesem Grund sollte bei Patienten mit Bruxismus auf In- oder Onlays aus Keramik verzichtet werden, da das Material zu spröde ist. Eine gute Alternative ist Gold.

❗️ Hinweis: Im Extremfall kann es beim Bruxismus auch zum Zahnverlust kommen.

Neben diesen offensichtlichen Schäden am Gebiss sind folgende Symptome möglich:

  • Schmerzen beim Kauen
  • Gesichts- und Kopfschmerzen
  • Schmerzen und Verspannungen in Kiefergelenken und Nacken
  • Kopfschmerzen im Schläfenbereich beim Aufwachen
  • Ohrenschmerzen bis hin zu Tinnitus
  • Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit
  • schlechter Schlaf
  • Verspannungen
  • Migräne
  • Nacken-, Schulter-, Rückenschmerzen

Behandlung von Bruxismus

Oft wird Bruxismus mit einer Schiene behandelt.

Hat Dein Zahnarzt bei Dir Bruxismus festgestellt, gilt es, die Folgen abzumildern. Das funktioniert am besten mit einer Aufbissschiene. Um Bruxismus mit einer Therapie zu behandeln, gibt es mehrere Möglichkeiten:

Schienentherapie

Die am häufigsten angewandte Therapie bei Bruxismus ist, eine Schiene zu tragen. Dein Zahnarzt kann Dir als Therapie eine Aufbissschiene, wie die von DULÀC FARMACEUTICI und Wewell, verschreiben. Sie verhindert weitere Schäden an Deinen Zähnen und die Kaumuskulatur entspannt sich. Die sogenannte Okklusionsschiene trägst Du vorwiegend nachts und das über mehrere Monate.

Aufbissschienen

👍 Tipp: Kürzere Pausen beim Tragen einer Aufbissschiene scheinen sich positiv auf die Erfolge einer Behandlung auszuwirken. Man vermutet, dass sich Nerven und Muskulatur dadurch neu ausrichten oder neu bilden können.

❗️ Hinweis: Bei einer Kombination aus Okklusion (Zahnschluss) und Kieferfehlstellung wird eine DROS-Schiene empfohlen. Diese Bezeichnung setzt sich aus den Begriffen:

  • diagnostisch
  • relaxierend
  • orientierend
  • stabilisierend

zusammen. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine Kassenleistung, d. h. die Kosten für die DROS-Schiene werden nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Stressbewältigung

Vermutest Du, dass die Ursache des Zähneknirschens bei Dir am Stress liegt, kannst Du bei Bruxismus Entspannungsübungen nutzen. Es bieten sich beispielsweise diese beiden Methoden an:

  • autogenes Training und
  • progressive Muskelentspannung

Doch auch insgesamt mehr Entspannung in Deinen Alltag zu integrieren, kann Dir bei der Stressbewältigung helfen. Das schaffst Du z. B. mit Musik, Sport und Meditation.

Video: 3 Entspannungsübungen für den Kiefer

Änderung der Lebensweise

Doch nicht nur Stress kann eine Ursache von Bruxismus sein. Deine gesamte Lebenssituation solltest Du überdenken. Vor allem, wer einen hektischen Alltag hat und von Termin zu Termin hetzt, kann versuchen, achtsamer mit sich und seinem Körper umzugehen. Dazu gehört z. B. der Verzicht auf Genussmittel, wie Koffein, Alkohol und Nikotin.

👍 Tipp: In besonders schweren Fällen kann eine professionelle Verhaltens- und Psychotherapie in Betracht gezogen werden. Das ist allerdings erst notwendig, wenn alles andere nichts gebracht hat.

Physiotherapie

Neben der mentalen Gesundheit spielt beim Bruxismus auch die körperliche Gesundheit eine wichtige Rolle. Verspannungen im Nacken können ebenfalls zum Zähneknirschen führen. Dagegen helfen Massagen und Stimulationen. Der gezielte Einsatz von Wärme kann bereits einiges bewirken. Gute Physiotherapeuten geben Dir auch Anleitungen und Übungen für zu Hause mit.

Medikamente

Wenn Du bei der Behandlung von Bruxismus Medikamente in Erwägung ziehst, solltest Du eines bedenken: Sie behandeln nicht die Ursache. Auch die Wissenschaft und Mediziner sprechen sich gegen Medikamente bei Bruxismus aus und das hat mehrere Gründe:

  • große Suchtgefahr
  • Auswirkungen auf Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
  • bei hohen Dosen schädlich für Magenschleimhaut, Leber und Nieren

👍 Tipp: Bei schweren Fällen von Bruxismus Botox gegeben werden.

FAQ zum Thema: Bruxismus

Was bedeutet Bruxismus?

Mit Bruxismus ist gemeint, dass Deine Kaumuskulatur unwillkürlich und wiederholt aktiv ist. Meist zeigt sich das in Form von Zähneknirschen und Kieferpressen. Dabei kann das 10-fache des normalen Drucks beim Kauen entstehen. Der Bruxismus ist nicht immer von Geräuschen begleitet, sodass es auch Deinem Partner bzw. Deiner Partnerin nicht sofort auffällt.

Welche Schiene eignet sich bei Bruxismus?

Knirschst Du mit den Zähnen, hilft Dir eine Aufbissschiene. Dein Zahnarzt verschreibt Dir eine, die genau zu Deiner Gebissform passt. Zudem findest Du im Internet Zahnschienen, die Du selbst ganz leicht anpassen kannst.

Was tun gegen Bruxismus?

Das Zähneknirschen lässt sich gut behandeln. Oft verschreibt Dir Dein Zahnarzt eine Aufbissschiene. Die trägst Du nachts, damit Deine Zähne und Dein Kiefer nicht noch mehr Schaden nehmen. Gleichzeitig kannst Du mit Entspannungsübungen arbeiten, wenn Stress der Auslöser ist.

Wie erkennt man Bruxismus?

Oft erkennt man nicht selbst, dass man mit den Zähnen knirscht. Meist fällt es erst Deinem Zahnarzt durch Schleifspuren an den Zähnen auf. Auch ein häufiges Herausbrechen von Füllungen sowie lockere Zähne können darauf hindeuten. Zudem kann es zu Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen kommen.

Zu welchem Arzt sollte ich bei Bruxismus gehen?

Vermutest Du bei Dir ein Zähneknirschen, ist Dein Zahnarzt der erste Ansprechpartner. Liegt die Ursache in einer verspannten Nacken- und Schultermuskulatur, kann Dir ein Physiotherapeut zusätzlich helfen.

Quellen und weiterführende Links

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Bruxismus: Ursachen, Symptome und Behandlung
Loading... 6 Kommentare
  1. Silke V. am 20. August 2022

    Gibt es nen Unterschied zwischen den Zahnschienen? Ich habe schon gesehen, dass es so gerade und welche mit Zahnabdrücken gibt.. Also gibt es da bessere und schlechtere?

    Antworten
    • zahnpflegetipps.org am 21. August 2022

      Liebe Silke,

      genau, da gibt es unterschiedliche Varianten. Die mit Zahnabdrücken sind in der Regel weicher und eher gummiartig. Welche sich für Dich besser eignet, kannst Du ganz nach Deinem persönlichen Empfinden entscheiden.

      Liebe Grüße 😊

      Antworten
  2. Tim am 1. September 2022

    Zu welchem Arzt kann ich gehen, wenn ich mir Botox spritzen lassen will?

    Antworten
    • zahnpflegetipps.org am 2. September 2022

      Lieber Tim,

      willst Du Dir Botox gegen Bruxismus spritzen lassen, übernimmt diese Behandlung oft ein Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie. Dieser spricht sich mit Deinem Zahnarzt über die konkrete Behandlung ab.

      Liebe Grüße 🙂

      Antworten
  3. Sahar am 21. September 2022

    Dank für dn aufschlussreichen Artikel zum Thema Bruxismus udn Zähneknirschen. Besonders interessant fand ich den Teil mit den Entspannungsübungen!

    Antworten
    • zahnpflegetipps.org am 22. September 2022

      Hallo Sahar,

      danke für Deine positive Rückmeldung. Es freut uns, dass Dir unser Artikel weitergeholfen hat.

      Liebe Grüße 😊

      Antworten
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